Im Laufe der Evolution des Menschen sind zwei Motive, die sich gegenseitig bedingen, sinnvollerweise verknüpft worden: das Anstrengungsmotiv und das Lustmotiv. Nach Befriedigung des Anstrengungsmotivs, mit den zugrundeliegenden Trieben (Aggression, Sexualität, Nahrung, Neugier, Bindung und Sicherheit), gibt es als Belohnung die Befriedigung des Lustmotivs: Man empfindet Genuß, Spaß und Freude. Seit Jahrmillionen ist also Anstrengung die Voraussetzung für Lustempfinden. Das war biologisch sinnvoll, da nur mit Anstrengung die Arterhaltung sichergestellt werden konnte.
Unter modernen Lebensbedingungen ist Anstrengung zur Befriedigung des Lustmotivs nicht mehr unbedingt notwendig: Man kann seine Triebe rasch und leicht befriedigen, man kann Lust ohne Anstrengung erleben, man kann sich verwöhnen und den Lustgewinn von der anstrengenden Arbeit entkoppeln.
Fazit: Weder Lust ohne Anstrengung, noch Anstrengung ohne Lustempfinden (!), sondern einzig und allein Lust in der Anstrengung selbst, Lust an Leistung wird mit Lustempfinden belohnt! Wer seine Arbeit interessant und herausfordernd finden kann, erlebt bei der Arbeit Lust, die zu mehr Leistungsfähigkeit führt.
Mit diesem Basiswissen für Führungskräfte und konkreten Lösungsmodellen für gesunde und "hirgerechte" Rahmenbedingungen für das eigene Team und für sich selbst beschäftigt sich dieses zweitägige Seminar, in dem neue persönliche Erkenntnisse die Einsicht über die Wichtigkeit der Eigenverantwortung und das Erkennen von Handlungsspielräumen für die persönliche Motivation und die Motivation des Teams zur Leistung im Zentrum stehen.
Die Erkenntnisse zu Lust an Leistung und Überforderung, Unterforderung und Herausforderung diskutieren Sie anhand neuer Erkenntnisse aus Hirnforschung und Verhaltensbiologie.
Sie erörtern die „Lust–Unlust-Ökonomie“, das Gleichgewicht von Anstrengung und Lust:
Lust entsteht, wenn die Unsicherheit vor etwas Neuem durch Anstrengung (= durch Handeln und nicht nur durch Wissen) in Sicherheit umgewandelt wird. Lust ist das Aufgehen in einer Tätigkeit, und der Einklang zwischen Qualifikation und Anforderungen.
Allein, in Zweierteams und Kleingruppen erarbeiten, reflektieren und diskutieren Sie:
die eigenen Verhaltensmuster, die der Kunden, Mitarbeiter, Führungskräfte und Kollegen
das individuelle Gleichgewicht von Lust und Unlust
Selbst- und Mitarbeiterführung im Zusammenhang mit den gewonnenen Erkenntnissen
sinnvolle individuelle Strategien bei häufigen Veränderungsprozessen
woran Sie relevante Warnsignale bei siIhren Mitarbeitern erkennen müssen
die wichtigsten Vermeindungsstrategien von chronischer Überlastung
den Zusammenhang zwischen Ablenkung und Leistung (Multitasking vs Singletasking)
Strategien gegen Ablenkung und Konzentrationsverlust
konkrete Fallbeispiele Ihres Berufsalltags
Maßnahmenkatalog zur Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse für die individuellen Anforderungen
Sie erkennen den Zusammenhang zwischen Anstrengungsmotiv und Befriedigung des Lustmotivs und verstehen die einzige Lösung: Führen ist dosiertes individuelles fordern.
Ihnen wird klar, was Sie unbedingt tun müssen, wenn Sie oder Ihre Mitarbeiter über- oder unterfordert sind.
Sie lernen zu verstehen, dass die individuelle Konzentrationsfähigkeit und der Grad an Ablenkung in den Arbeitsprozessen, zentrale Faktoren sind, um Lust an Leistung erleben zu können.
Sie erarbeiten Strategien zur Vermeidung von Ablenkung im Arbeitsprozeß und erkennen Ihre Handlungsspielräume.
Sie lernen, die wesentlichen Erkenntnisse in Ihren beruflichen Alltag zu integrieren.
theoretische Hintergrundinformationen
Einzel- und Kleingruppenarbeiten
Diskussion, Reflexion
Führungskräfte
2,0 Tage
1 Trainer