Der Mensch in der Krise
Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise, die uns alle mehr oder weniger betrifft, führt für den einzelnen in vielen Fällen zu einer ganz persönlichen (sozialen) Existenzkrise.
Was ist das Wesen einer Krise?
Wodurch zeichnet sie sich aus?
Das Wort: (griech.) „Krisis“:
1. Scheidung, Zwiespalt, Streit
2. Auswahl
3. Entscheidung, Ausschlag, Ausgang)
Krisen treten in Situationen auf, in denen Personen Entscheidungen in Bezug auf eine mögliche Zukunft treffen müssen, ohne diese Entscheidungen in ihrer bisherigen Erfahrung (Routinen) begründen zu können.
Vor allem Krisen, die einen existenzbedrohenden Charakter aufweisen, rufen massive Angstgefühle hervor und verursachen Stress.
Dimensionen von sozialen Situationen des Typus „Krise“ (Wiener und Kahn):
1. Eine Krise ist oft ein Wendepunkt in einer Folge von Ereignissen und Handlungen
2. Einen Krise ist eine Situation, in der die Notwendigkeit zu handeln bei allen Beteiligten steigt
3. Krisen bedrohen die Ziele und Absichten der involvierten Personen
4. Der Krise folgt ein gewichtiges Resultat, das die Zukunft der Beteiligten entscheidend prägt
5. Eine Krise besteht aus dem Zusammentreffen von Ereignissen, die zu einer neuen Konfiguration von Umständen führen
6. Eine Krise produziert Unsicherheiten in der Situationseinschätzung und in der Formulierung von Alternativen, um damit umzugehen
7. Eine Krise reduziert die Kontrolle über Ereignisse und deren Auswirkungen
8. Eine Krise erhöht den Handlungsdruck, was Stress und Angst bei den Beteiligten auslösen kann
9. Eine Krise ist eine Situation, in der die den Beteiligten verfügbaren Informationen sehr unangemessen und unbrauchbar sind
10. Eine Krise erhöht den zeitlichen Druck für die Beteiligten
11. Eine Krise ist durch Veränderungen der Beziehungen der Beteiligten gekennzeichnet
12. Krisen erhöhen die Spannungen der Beteiligten, besonders in politischen Krisen, in denen Nationen beteiligt sind
Krisen nach Miller und Iscoe (1963)
1. Eine Krise ist mehr eine akute als eine chronische Situation, obwohl von unspezifischer Dauer
2. Krisen resultieren oft in „pathologischem“ Verhalten (unzweckmäßiges Handeln, Suche nach einem Sündenbock)
3. Krisen bedrohen die Ziele der beteiligten Personen
4. Was eine Krise ist, ist relativ – was für eine Person eine Krise darstellt, muss es für eine andere nicht sein
In diesem Sinn kommt es wohl vor allem darauf an, was der Einzelne aus der krisenhaften Situation macht, und wie man mit der damit verbundenen Angst und dem Stress umgeht.
Sollten Sie Fragen oder Hilfe bei der Bewältigung Ihrer Stressbelastung haben, wenden Sie sich bitte an unsere Experten!
Mag. Alexandra Knopp (alexandra.knopp@benefit.cc),
Beate Molzer (Beate.molzer@benefit.cc)